Nach 4 Tagen am Wasser sind wir wieder froh, festes Land unter den Beinen zu haben. Obwohl wir vorher noch nie in einem Kanu gesessen sind, haben sie uns direkt in Whitehorse im Yukon-River ausgesetzt. Zum Glueck fliesst der Yukon relativ langsam und nach ein paar unbeholfenen Paddelschlaegen konnten sogar wir das schoene Wetter und die grandiose Landschaft geniessen.

Die erste Nacht verbrachten wir auf der Insel "Egg-Island" gemeinsam mit zwei Bibern (Auch wir "bieberten" die ganze Nacht bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt). Hier fuehlt man sich wie Robinson Crusoe, obwohl der wahrscheinlich nicht so viel Schiss vor den Baeren hatte....

Auch am zweiten Paddeltag gingen wir es gemuetlich an und das Wetter konnte nicht besser sein. Das war der richtige Augenblick um endlich die neuerstandene Angelausruestung zu testen - wiedermal aber ohne Erfolg, dafuer durfte Christof nach falscher Handhabung einen grossen Teil der Schnur abschneiden... Petri Heil. Die zweite Nacht verbrachten wir zufaellig mit zwei Franzosen, was nicht minder lustiger war als mit den Bibern. Die beiden Pechvoegel packten ihre zwei niegelnagelneuen Zelte aus, wo bei einem gleich das ganze Gestaenge fehlte. Die duerfen nun die restlichen 10 Tage zu zweit in einem Einmannzelt schlafen. Dann merkten sie, dass sie alle Akkus ihrer Digitalkamera vergessen hatten und schlussendlich verbrannte einer ihrer Neoprenhandschuhe beim Trocknen im Lagerfeuer. Die beiden waren fast noch chaotischer als wir...
Der dritte Tag war regnerisch und verlangte schon ziemlich an Armkraft. Der Yukon erweitert sich zum riesiegen Lake Laberge (Groesse etwa Gardasee) und die Stroemung sowie der Wind waren gegen uns. Trotztem schafften wir es ans Tagesziel, dem Deep Creek Camp.

Heute wollten wir noch die Richtofen Insel bepaddeln, jedoch trieben wir bei stuermischen Wind und (zenti)Meterhohen Wellen immer wieder ab, so beschraenkten wir uns auf das durchpaddeln einer windgeschuetzten Bucht. Wenn wir vorher gewusst hatten, dass wir uns in ein solches Abenteuer stuerzen, haetten wir natuerlich bei Toni ein paar Paddeltipps geholt! Eher spaeter als frueher haben wir herausgefunden wie man steuert und Tempo macht... Nichts desto trotz ein gelungener Paddeltrip mit vielen Eindruecken und Erlebnissen.

Am Nachmittag sind wir wieder bestens im Hostel in Whitehorse angekommen und werden am Mittwoch die Gegend noch mit einem Rad erkunden, bevor wir am Donnerstag den Camper abholen und uns Richtung Dawson City aufmachen werden.

Schoene Gruesse aus dem herbstlich-winterlichen Yukon

Betti+Chris

Fuer die ganz Neugierigen, hier die ersten Fotos:

Das Abendessen wartet
Beeindruckende Flusslandschaft am Yukon
Fast geschafft
Heute gibts wohl wieder Nudeln...