Wie bei jeder Tour - egal welcher Art - sollte die Planung immer auf das körperlich schwächste Mitglied der Gruppe ausgelegt sein. Das ist bei einer mehrtägigen Radreise mit einem acht Monate alten Kleinkind nicht anders. Diesem Motto folgend haben wir die Eckpunkte unserer Tour auf unseren Emilian zugeschnitten. Nur so konnten wir sicher gehen, dass die Tour nicht zur Tortour wird. Denn Emilian mag zwar das körperlich schwächste Mitglied unserer Mannschaft sein, aber wenn es darum geht, seinen Willen durchzusetzen, dann ist er unumstritten der Stärkste. Die Unternehmung kann also nur dann Spaß machen, wenn auf die Bedürfnisse aller Beteiligten eingegangen wird. Überraschungen und Ungeplantes wir auch so noch genug auf uns zukommen, aber sonst wäre es ja langweilig.

Folgende Kriterien waren für die Routenwahl unserer ersten Radreise mit Kind entscheidend:


  • Die Strecke sollte in 3 bis 4 Tagen machbar sein
    Es sollte nicht länger werden, damit wir sehen ob so eine Radtour dem Emilian überhaupt Spaß macht und damit die Belastung für ihn nicht zu groß wird.

  • Die Route sollte möglichst flach mit wenigen Steigungen verlaufen
    Zum Anfangen ist das Gepäck für 2 Erwachsene und einem Baby, der Kinderanhänger und natürlich das Baby selbst schwer genug. Lange Steigungen wollten wir vorerst vermeiden.

  • Die Tagesetappen sollten nicht viel länger als 30km sein
    Vormittag 1,5 Stunden und dasselbe am Nachmittag scheint uns für Emilian und uns genug zu sein.

  • Die Strecke sollte so viel wie möglich auf Radwegen oder wenig befahrenen Straßen verlaufen
    Die Unfallgefahr und die Belastung durch Abgase sollte dadurch möglichst minimieren werden.

  • Es sollte kein Problem sein in kurzer Zeit eine Unterkunft zu finden
    Die mühsame Suche nach einem Zimmer mit einem hungrigen Baby sollte vermieden werden.

  • Es sollte leicht möglich sein, die Tour an jedem Punkt unkompliziert abbrechen zu können



Nach Berücksichtigung dieser Kriterien haben wir uns für einen Teil des Radweges "Via Claudia Augusta" entschieden. Das Teilstück verläuft durch das westliche Südtirol. Es beginnt am Reschenpass führt weiter durch das Vinschgau und schließlich über Meran nach Bozen. Die Strecke erfüllt genau unsere Anforderungen:

in 4 Tagen machbar, es geht fast nur bergab, man kann fast ausschließlich auf Radwegen fahren, Unterkünfte sind im Vinschgau sehr viele vorhanden und dank Bahn und Bus können wir fast in jedem Ort zu unserem Ausgangspunkt zurückgelangen.

Wir erweiterten unsere Planung mit dem, südlich von Bozen gelegenen, Kalterer See als Tourenziel. Von dort wollen wir dann über den Ort Auer zurück nach Bozen radeln. An unserem Startpunkt am Reschen, wo unser Auto steht, gelangen wir per Bahn und Bus. Wir planten die Route mithilfe des Bikeline Radtourenbuches Etsch-Radweg und mithilfe der Webseite gpsies.com. Ein GPS-Gerät sollte uns die Navigation auf der Tour erleichtern.

Als die Route feststand, musste nur noch das Wetter mitspielen. Unsere Geduld wurde ein wenig auf die Probe gestellt. Nach den ersten vielversprechenden warmen Tagen und einer Proberadtour mit Anhänger kam plötzlich wieder Schnee. Knapp 3 Wochen lang waren die Temperaturen und das Wetter alles andere als gemütlich. Aber Anfang April waren die Wettervoraussagen endlich besser und wir beschlossen, die Tour zu starten.

Hier nochmal die Route, wie wir sie gefahren sind mit zugehörigem Höhenprofil: