Das Dreiantennengerät Ortovox D3
Diese Wochenende haben wir einen LVS-Geräte-Tag, veranstaltet vom Österreichischen Alpenverein, besucht. Sowas wollten wir eigentlich schon lange machen, irgendwie kam aber immer etwas anderes dazwischen. Im heurigen Winter, wo sich der Schnee momentan noch sehr rar macht, fiel es uns aber nicht schwer statt einer Skitour an diesem Kurs teilzunehmen.

Bei mäßigen Wetter stiegen wir vom Parkplatz des Hochalter-Liftes im Kühtai in einer knappen Stunde in die "Gossenkölle" unterhalb des Pirchkogel auf ca. 2400 m auf. Bei wiedrigen Bedingungen, schlechter Sicht und heftigem Wind, übten wir mit Bergführer Ingo und seinen Kollegen die Ortung von vergrabenen LVS Geräten. Nach diesem gut organisiertem Kurstag habe ich für mich nachfolgende Beoabchtungen gemacht und meine Schlüsse daraus gezogen. Ich möchte dabei betonen, dass diese weder objektiv noch in irgendeiner Form wertend zu sehen sind.

Der Pieps DSP
1. Bei den Gruppenteilnehmern finden sich noch immer alle Arten von LVS-Geräten, angefangen von den ersten analogen bis hin zu den modernsten 3 Atennengeräten.

2. Mit allen Arten der Geräte lassen sich alle Aufgaben meistern, Voraussetzung ist aber immer, das der Suchende sein Gerät versteht und damit auch schon mehrmals geübt hat. Das Verhalten der einzelnen Geräte ist dermaßen unterschiedlich, dass nur mehrmaliges praktisches Training zum Erfolg führen kann.

3. Die Suchzeit lässt sich nur mit den Geräten der neuesten Generation auf ein Minimum reduzieren. Analoge Geräte benötigen um einiges mehr an Erfahrung und sind auch bei bester Kenntnis langsamer.

4. Ein einzelner Verschütteter lässt sich mit allen analogen und besonders mit den digitalen Geräten in wenigen Minuten finden. (Übung vorausgesetzt!)

5. Mehfachverschüttungen lassen sich mit wenigen neuen Geräten sehr schnell und effizient lösen. Besonders rumreich waren dabei die Modelle "Pieps DSP" (die neuste Version bzw. die ältere Version mit Softwareupdate und neuem Sender) und der "Barryvox Pulse". Mit ihnen lassen sich bereits gefunden Verschüttete "ausblenden", um ohne Störsignale nach weiteren Opfern zu suchen. Bei allen anderen - auch digitalen - Geräten ist die Suchzeit bei einer Mehrfachverschüttung je nach Situation um einiges länger.

Der neue Pulse Barryvox
Wenn ich also zu diesem Zeitpunkt vor dem Kauf eines LVS-Gerätes stünde, würde ich mich sicher zwischen dem "Pieps DSP" oder dem "Pulse Barryvox" entscheiden. Das oft strapzierte Sprichwort "Wer die Wahl hat, hat auch die Qual" trifft auch hier zu. Beide Geräte haben in Details Vor und Nachteile. Der "Pieps DSP" hat den Vorteil, dass er bei einer Mehrfachverschüttung die anderen Geräte erkennt und sein Signal in deren Impulspausen sendet. Dadurch erhält der Suchende bessere und eindeutigere Signale. Dafür kann man beim Barryvox bereits markierte Verschüttete schneller wieder "freigeben" und erneut nach diesen suchen. Beim Pieps geschieht das erst nach der "Scanfunktion". Dies dauert etwas länger und es werden dabei alle markierten Veschütteten freigegeben. Der "Pulse" hat seinen Namen durch die eingebaute Vitalfunktion bekommen. Der Suchende soll dabei erkennen, ob der Verschüttete noch atmet. Die Sinnhaftigkeit dieser Funktion ist allerdings zu hinterfragen. Beide Geräte haben die Möglichkeit die Software immer wieder upzudaten.

Wer bereits Besitzer eines älteren Pieps DSP ist, dem würde ich auf alle Fälle das aktuelle noch kostenlose Softwareupdate empfehlen. Wir konnten beide Versionen testen, wobei bei dem Gerät mit der neueren Software die Suche zielsicherer durchgeführt werden konnte. Außerdem soll laut Herstellerhomepage das Markieren bei einer Mehrfachverschüttung verbessert worden sein. Zusätzlich lässt sich auch der Sender des älteren DSP für € 20,- austauschen. Der neue Sender kann, wie oben schon erwähnt, zwischen dem Signal eines anderen LVS Gerät senden.

In die Riege dieser Geräte könnte sich auch das schon lange angekündigte Ortovox S1 einreichen. Das Gerät ist aber bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht erhältlich.

Abschließend ist nur zu sagen, dass der LVS-Geräte-Tag für mich einige neue Erkentnisse gebracht hat. Der Umgang mit dem LVS-Gerät hat sich bei mir deutlich verbessert. Ich kann nur jedem der sich im Winter im freien Gelände bewegt zu so einem Kurs raten. Angenehmer Nebeneffekt: Man lernt neue Leute und vielleicht auch den einen oder anderen Tourenpartner kennen.