Wir am Gipfel des Acherkogels
Eigentlich wäre dieses Wochenende endlich das Zückerhütl dran gewesen. Wegen beruflicher Gründe schwenkten wir - Gerhard, Andi, Kurt, Betti und ich - aber schließlich doch auf den nicht minder interessanten Acherkogel um. Schon von der Inntalautobahn sieht man den kühnen Zacken, der hoch über Ötz thront. Mit seinen 3008 Metern soll er angeblich der nördlichste 3000er Tirols sein.

Die Tour beginnt wenig spektakulär, dafür landschaftlich umso reizvoller, im sogenannten Mittertal im Kühtai. Ausgangspunkt ist der Speicher Längental. Wir gehen über die Staumauer, dann rechts leicht ansteigend durch eine Zirbenwald und über eine Brücke. Auf der rechten Talseite geht es in moderater Steigung dem Bach entlang, bis wir auf den eigentlichen Weg stoßen, der eigentlich am linken Ufer verläuft. Nach einer Steilstufe erreichen wir einen kleinen See. Wir folgen dem Tal nach rechts und bald sehen wir vor uns eine mächtige Felspyramide. Es ist aber nicht der Acherkogel, wie wir zuerst falsch vermuteten, sondern der vorgelagerte Maningkogel. Erst als wir den Steig weitergehen und schließlich zur felsigen Mittertalscharte aufsteigen, eröffnet sich der Blick zum Acherkogel. Von dieser Seite zeigt er sich anders als aus dem Ötztal. Ein breiter Block mit flachem Gipfel. Es freut uns wenig, dass wir von der Scharte wieder ca. 100 Höhenmeter absteigen müssen um zum Acherkogel zu gelangen. Wir sparen unsere Kräfte, indem wir den Weg über ein gerölliges Kar abkürzen.

Zu Beginn gilt es 2 felisge Steilstufen zu durchklettern, bevor wir in einer Mulde stehen die von Maning- und Acherkogel umrahmt wird. Vom Felsen herunter hängt eine Eiswand, die auf der rechten Seite verschwindet. Hier verläuft der Nordgrat und der Normalweg auf den Acherkogel. Dass die Tour nicht ganz leicht wird, lässt sich von hier herunten schon erahnen. Zuerst geht es noch recht flach über erstaunlich kompakten und griffigen Fels. Zunehmend wird es steiler. Dass wir alle einen Helm mitgenommen haben, hat sich als gute Entscheidung erwiesen. Der gesamte Aufstiegsweg führt in einer Falllinie und ist somit ziemlich Steinschlag gefährdet. Die nächsten 350 Höhenmeter erklettern wir uns im 2, stellenweise im 3 Schwierigkeitsgrad. Das Schwierigste ist, das herumliegende Geröll nicht loszutreten und Bergsteiger unter uns zu gefährden. Eigentlich schneller als erwartet erreichen wir den luftigen Grat. Entweder über den Grat, oder über eine Steig mit einer kleinen Reibungskletterei auf einer Platte wenige Höhenmeter darunter, gelangt man auf den vorgelagerten Gifpel mit dem Kreuz. Müde und froh über einen erfolgreichen Austieg genießen wir das Gipfelpanorama. Dieser wolkenlose Herbsttag beschert uns eine unglaubliche Fernsicht.

Nach einer Jause (und einer Zigarette für Gerhard ;-) machen wir uns auf den Abstieg. Für den Teil bis zum Kar brauchen wir eigentlich genauso lange wie für den Aufsteig. Teiweise müssen wir warten um nicht Bergsteiger unter uns mit unseren losgetretenen Steinen zu gefährden. Schließlich kommen wir ohne größere Probleme unten an und sind froh, diese gefährliche Wand hinter uns gelassen zu haben. Weil das ganze etwas nervenaufreibend war, taufte Kurt den Acherkogel kurzerhand "Schweins-Mountain". Dem Berg wars egal, uns stand jedoch noch der Aufstieg auf die Mittertalscharte bevor und dann der "Hatscher" durchs Mittertal bis zum Parkplatz. Diesen erreichen wir ziemlich geschlaucht so gegen halb 5. Trotzdem erlebten wir alle eine traumhafte Tour und danach eine noch bessere "Grillage" bei Kurt.

Fotos zur Tour Acherkogel in unserer Fotogalerie